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Hiroshim 2025.jpg

pax christi

menschen machen frieden - mach mit.

Unser Name ist Programm: der Friede Christi. 

pax christi ist eine ökumenische Friedensbewegung in der katholischen Kirche. Sie verbindet Gebet und Aktion und arbeitet in der Tradition der Friedenslehre des II. Vatikanischen Konzils. 

Der pax christi Deutsche Sektion e.V. ist Mitglied des weltweiten Friedensnetzes Pax Christi International.

Entstanden ist die pax christi-Bewegung am Ende des II. Weltkrieges, als französische Christinnen und Christen ihren deutschen Schwestern und Brüdern zur Versöhnung die Hand reichten. 

» Alle Informationen zur Deutschen Sektion von pax christi

Hiroshima Gedenken 2026

06. Aug 2026

An vielen orten im Erzbistum wurde in diesem Jahr des 81. Jahrestages der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki gedacht. So in München, Freising, Fürstenfeldbruck und Gilching.

Plakat Hiroshima Gedenken Gilching hier

Predigt am 2. August in St. Sebastian, Gilching

Die Predigt zum Hiroshima-Gedenkgottesdienst 2026 von Charles Borg-Manché nimmt ihren Ausgang bei einem Zitat von Dr. Rolf Mützenich, wonach die Gefahr eines atomaren Konflikts heute größer sei als je zuvor. Diese Einschätzung wird mit aktuellen Zahlen untermauert: Der SIPRI-Jahresbericht warnt vor einem neuen nuklearen Wettrüsten und vor dem Zusammenbruch der internationalen Rüstungskontrolle, während ein ICAN-Bericht offenlegt, dass die neun Atommächte im vergangenen Jahr rund 105 Milliarden Euro – ein Anstieg um 19 % – für Atomwaffen ausgegeben haben. Gleichzeitig würden humanitäre Hilfe, Entwicklungshilfe und Sozialausgaben massiv gekürzt, obwohl gerade hier dringender Bedarf bestehe. Auch Bayern wird in diesem Zusammenhang als Zentrum der deutschen Rüstungsindustrie benannt, dessen Förderung die Staatsregierung weiter ausbauen wolle.

Im Anschluss daran verweist der Charles Borg-Manchéer auf die völkerrechtliche Dimension: Vor 30 Jahren stellte der Internationale Gerichtshof in einem bis heute maßgeblichen Rechtsgutachten fest, dass Androhung und Einsatz von Atomwaffen gegen das humanitäre Völkerrecht verstoßen – ein Urteil, das die Atommächte jedoch offenbar unbeeindruckt lässt. Ergänzend zitiert er UN-Generalsekretär António Guterres, der anlässlich des Internationalen Tages für die vollständige Abschaffung von Atomwaffen 2023 eindringlich zur nuklearen Abrüstung aufgerufen hatte.

Den Schwerpunkt der Predigt bildet jedoch die Bezugnahme auf Papst Leo und seine Enzyklika „Magnifica Humanitas“. In der Tradition seines Vorgängers Franziskus verurteilt Papst Leo nicht nur den Einsatz, sondern auch Herstellung und Besitz von Atomwaffen als unmoralisch und sieht in der atomaren Abschreckung eine gefährliche Illusion, die das Wettrüsten weiter anheize. Statt in Resignation zu verfallen, ruft er dazu auf, gemeinsam eine „Zivilisation der Liebe“ aufzubauen – eine Haltung, die nicht aus großen Gesten, sondern aus vielen kleinen, beharrlichen Akten der Treue entsteht. Charles Borg-Manché greift daraus drei konkrete Ansätze auf: Erstens gelte es, die Worte zu entwaffnen, also dem „Krieg der Worte und Bilder“ eine Absage zu erteilen und stattdessen Wahrheit, Rat und Trost zu spenden. Zweitens gehe es darum, die Perspektive der Opfer einzunehmen – nicht neutral zu bleiben, sondern hinzusehen, zuzuhören und den Leidenden, allen voran den Atombombenopfern und ihren Familien, ihre Würde zurückzugeben. Drittens schließlich fordere der Papst, den Dialog konkret zu praktizieren, als wichtigstes Mittel des menschlichen Zusammenlebens und, auf politischer Ebene, im Sinne einer „Kultur der Verhandlung“ anstelle kriegerischer Auseinandersetzung.

Zum Abschluss verweist er auf Psalm 46 sowie auf die Friedensverheißung Jesu aus dem Johannesevangelium und schließt mit dem Aufruf des Papstes, im Gebet und im gesellschaftlichen Engagement für den Frieden nicht müde zu werden. Er wünscht sich, dass sowohl einzelne Christinnen und Christen als auch die pax-christi-Bewegung diesem Appell entschieden folgen.

Vollständiger Predigttext hier

Video der Predigt hier


Gedenken am Gilchinger Friedenspfahl

Gedenken in Gilching: Mahnung gegen Atomwaffen und Plädoyer für den Frieden

Gilching – Auch im Jahr 2026 stand das Gedenken an die Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki im Zentrum einer gemeinschaftlichen Aktion. Die pax christi Gruppe Gilching lud die Bürgerinnen und Bürger ein, gemeinsam innezuhalten und über die Verantwortung für eine gewaltfreie Welt nachzudenken.

Den emotionalen Höhepunkt bildete die Versammlung am Gilchinger Friedenspfahl am Abend des 6. August zu dem auch Vertreter des Gemeinderates und der dritte Bürgermeister gekommen waren. Durch Texte von Bert Brecht, Elie Wiesel, Günter Anders und Rosa Luxemburg wurde die tiefe Tragik der historischen Katastrophe vor Augen geführt. Musikalisch wurde die feierliche Stimmung durch das Klarinettenensemble der Musikschule Gilching unterstrichen, was dem Gedenken eine würdevolle und verbindende Note verlieh.

Neben dem Rückblick auf die Geschichte wurde im Rahmen des Abends auch die aktuelle globale Lage thematisiert. Kritisch wurde die gegenwärtige atomare Aufrüstung angesprochen, die im Widerspruch zu den Zusagen der Atommächte im Atomwaffensperrvertrag steht. Die Veranstaltung machte deutlich, dass das Gedenken an Hiroshima kein reiner Rückblick ist, sondern eine dringliche Aufforderung zur Abrüstung und zur aktiven Gestaltung einer friedlichen Zukunft für alle Menschen weltweit.

Den Abschluss bildete ein symbolischer Akt: In Anlehnung an die Traditionen in Hiroshima wurden Schwimmkerzen in den gegenüberliegenden Brunnen gesetzt. Diese Lichter erinnerten an die zahlreichen Opfer, die nach der Explosion auf dem Fluss in Hiroshima trieben, und setzten ein stilles Zeichen der Hoffnung auf eine Welt ohne Kernwaffen.

ausführlicher Ablauftext hier

Ton mit Bildern der Gedenkveranstaltung


Hiroshima Gedenken München

Gedenken an die Opfer von Hiroshima und Nagasaki
 
Zum 81. Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima (6. August) und Nagasaki (9. August) laden das Münchner Friedensbündnis und das Münchner Bündnis gegen Krieg und Rassismus am Donnerstag, 6. August 2026, um 19.30 Uhr zu einer Gedenk- und Mahnveranstaltung auf den Münchner Marienplatz ein. Sie endet gegen 21.20 Uhr mit einem Kerzenkreis und einer Gedenkminute für die Opfer sowie für die bis heute Leidtragenden von Atomwaffentests und Uranabbau.
Wenn US-Präsident Donald Trump mit der Auslöschung der iranischen Zivilisation und russische Politiker wie Dmitri Medwedew mit Atomwaffeneinsätzen gegen europäische Großstädte und Machtzentren drohen, zeigt sich, wie akut die Gefahr eines erneuten Atombombeneinsatzes ist. Vor dem Hintergrund, dass der US-Präsident über den Einsatz von Atomwaffen entscheidet, wird die nukleare Teilhabe Deutschlands zur Falle. Die geplante Stationierung neuer Mittelstreckenraketen in Deutschland verschärft die Gefahr und macht das Land im Konfliktfall zur Zielscheibe russischer Raketen.
Die Veranstalter erinnern an die mehr als 200.000 Menschen, die 1945 in Hiroshima und Nagasaki unmittelbar oder an den Folgen der Atombombenabwürfe starben, sowie an die gesundheitlichen, ökologischen und sozialen Folgen von mehr als 2.000 Atomwaffentests. Sie warnen vor neuer atomarer Aufrüstung und fordern: keine Beteiligung Deutschlands am atomaren Wettrüsten, keine neuen Atombomber, den Abzug der US-Atomwaffen aus Büchel und den Beitritt der Bundesrepublik zum Atomwaffenverbotsvertrag.
Das Programm umfasst ein Grußwort der Stadt durch Stadträtin Katharina Horn, Redebeiträge von Dr. Hildegard Fischer und Dr. Joseph Raab für die IPPNW, Beiträge von Monika Seiller zu Uranabbau und Atomwaffentests sowie von Thomas Rödl für die DFG-VK zu Atomwaffen und Mittelstreckenraketen. Renate Boerger trägt Zitate aus Günther Anders’ „Hiroshima ist überall“ vor. Die Versammlung leitet Brigitte Obermaier; Silvia Schwarz moderiert, John Brunton begleitet musikalisch.



Mahnende Worte zum Hiroshima-Gedenktag

ein Bericht des Münchner Merkurs von Nilda Frangos

Vor 81 Jahren löschten Atombomben in Hiroshima und Nagasaki zahllose Leben aus. Ein Ereignis, das niemals in Vergessenheit geraten darf, hieß es beim jährlichen Gedenktags in Fürstenfeldbruck.

Fürstenfeldbruck – Herbert Markus, erster Vorsitzender des Eine-Welt-Zentrums Fürstenfeldbruck, will die Erinnerung wachhalten: „Über 100.000 Menschen waren damals sofort tot. Dazu kam noch eine weitere große Summe an gewaltigen Spätfolgen.“ Im Verbund mit dem Sozialforum Amper, mit dem Bündnis „Fürstenfeldbruck ist bunt – nicht braun“ und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft organisiert das Eine-Welt-Zentrum seit 2008 die Veranstaltung, heuer bereits zum zweiten Mal auf dem Viehmarktplatz.

 „Uns geht es um die Verhinderung weiterer Atomwaffen-Aufrüstung. Wir fordern den Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag, der abgelehnt wurde. Ein Atomkrieg hier in Deutschland beziehungsweise Europa wäre das Ende der Zivilisation“, sagt Herbert Markus.

Markus ist parteifrei, aber alles andere als unpolitisch. Als Großvater wünscht sich der Gernlindener eine friedliche Zukunft für seine beiden Enkel (sieben und elf) und mahnt: „Ein Atomkrieg ist nicht wahrscheinlich, aber auch nicht absolut ausgeschlossen. Ernst gemeint oder eine Fehlinterpretation? Die Vorwarnzeiten sind heutzutage so kurz, dass man eventuell innerhalb weniger Minuten entscheiden muss.“

Auch Franz Höfelsauer beurteilt die Drohgebärden so mancher Autokraten als beängstigend. Dennoch sieht Fürstenfeldbrucks Zweiter Bürgermeister auch eine starke Botschaft im Nachgang der Tragödie: „Wir können die Vergangenheit nicht ändern. Aber wir können aus ihr lernen. Hiroshima fordert uns auf, Verantwortung zu übernehmen – für Verständigung, für Menschlichkeit und für eine Zukunft ohne Atomwaffen.“

Bei der Veranstaltung auf dem Viehmarktplatz verlas Inge Ammon Zitate von Gorbatschow und Elie Wiesel sowie Auszüge aus Bertolt Brechts „Rede für den Frieden“. Der Gilchinger Gemeinderat Martin Pilgram gewann dem Frieden auch eine innere Dimension ab: „Entwaffnen bedeutet auch, die Denkweisen zu ändern. Wir brauchen einen Übergang von einer Kriegs- in eine Friedenswirtschaft.“

Ebenso wie ihr Mann wünscht sich auch Monika Glemnitz-Markus, Schatzmeisterin beim Eine-Welt-Zentrum Fürstenfeldbruck, eine Umkehr in der deutschen Rüstungspolitik: „Widerstand tut Not. Vor sechs Jahren beschloss der Stadtrat, den ICAN-Städteappell zu unterzeichnen und damit die Bundesregierung aufzufordern, dem Atomwaffenverbotsvertrag beizutreten und ihn zu ratifizieren. Dies ist bis heute noch nicht geschehen. Umso wichtiger ist Ihre Anwesenheit auf diesem Platz mitten in Fürstenfeldbruck.“

Stand: 08.08.2026, 09:05 Uhr
https://www.merkur.de/lokales/fuerstenfeldbruck/fuerstenfeldbruck-ort65548/fuerstenfeldbruck-gedenken-atombombe-mahnende-worte-zum-hiroshima-gedenktag-94433984.html

Redebeitrag Martin Pilgram